Ist die Zahnzusatzversicherung bei der PKV lohnenswert?

Eigentlich war der Versicherungsvertreter ja wegen etwas ganz anderem da und dennoch hat er einen Flyer dagelassen zum Thema Zahnzusatzversicherung. Das ist inzwischen keine Seltenheit mehr, denn die Versicherer versuchen, ihre privaten Krankenzusatzversicherungen an die Kunden zu bringen. Grundsätzlich sind private Krankenzusatzversicherungen durchaus eine ideale Möglichkeit, um den Schutz der gesetzlichen Krankenversicherung noch zusätzlich zu erhöhen. Doch welche der Zusatzversicherungen lohnen sich tatsächlich? Die Zahnzusatzversicherung gehört zu den Angeboten, die besonders häufig in Anspruch genommen werden.

Die Zähne in Behandlung

Zahnersatz kann hohe Kosten nach sich ziehen, dies durften viele Deutsche bereits am eigenen Leib erfahren. Während in den letzten Jahren der Besuch beim Zahnarzt eher eine Stippvisite war, haben sich nun doch Karies und andere kleine Problemchen in die Zähne gefressen und sorgen nicht nur für Schmerzen sondern vor allem auch für kaputte Zähne, die teilweise oder auch ganz ersetzt werden müssen. Wenn der Zahnarzt dann die Gebührenliste hervorholt, ist schon dem einen oder anderen auf dem Stuhl etwas anders geworden. Diese Gefühle machen sich die Versicherungen zunutze und bieten daher die Zahnzusatzversicherungen an. Das Angebot kann durchaus interessant sein für den einen oder anderen gesetzlich Versicherten. Damit es jedoch später keine bösen Überraschungen gibt, sollte ganz genau auf die Versicherungsbedingungen geachtet werden.

Darauf ist beim Abschluss zu achten

Die durchschnittlichen Kosten für eine Krone beim Zahnarzt liegen derzeit bei rund 500 Euro – Tendenz steigend. Die Krankenkasse übernimmt im Höchstfall einen Betrag von bis zu 160 Euro. Den Rest muss der Versicherte selbst zahlen. Entscheidet er sich für einen anderen Zahnersatz, steigt die Übernahme der Krankenkasse auch nicht an. Eine Zahnzusatzversicherung ist nicht das Allheilmittel gegen Kosten. Wer sich dafür entscheidet sollte wissen, dass eine Eigenbeteiligung auch weiterhin bestehen bleibt – trotz Zusatzversicherung. Die Eigenbeteiligung ist jedoch deutlich geringer. So muss der Versicherte im Normalfall nur noch rund 20% der Kosten tragen, was bei der Krone rund 100 Euro wären statt 340 Euro. Aber: Jede Versicherung kann ihren Zahnzusatz so staffeln und ausstatten, wie es beliebt. Daher ist ein Vergleich unbedingt notwendig. Auf folgende Punkte sollte dabei geachtet werden:

1. Zählen Implantate zum Zahnersatz?
2. Zählen Inlays zum Zahnersatz?
3. Gibt es Beschränkungen für die Implantate pro Teilbereich Kiefer?
4. Gibt es Begrenzungen bei der Entschädigung?
5. Gibt es eine Staffelung der Versicherungsleistungen?
6. Welche Zusatzleistungen (Keramik, Zahnreinigung) sind enthalten?

Diese Fragen sind für einen Versicherungsnehmer besonders wichtig um abschätzen zu können, ob sich der finanzielle Aufwand für die Versicherung lohnt. Gerade bei der Staffelung versuchen Anbieter häufig, Kosten zu sparen. Oft greift die Zahnzusatzversicherung erst bis zu einem halben Jahr nach Abschluss und auch dann noch nicht mit der vollen Versicherungsleistung.

Hinweis: Einige Versicherer erhöhen die Kosten für die Zusatzversicherung, je älter der Antragsteller ist und je mehr Zähne bereits fehlen. Dies ist jedoch nicht bei allen Tarifen der Fall. Bei diesem Punkt lohnt es sich also ebenfalls, genauer hinzusehen und sich Zeit für einen Vergleich zu nehmen, der auf diese Weise teilweise deutliche Kosten sparen kann. Ein unabhängiger Berater kann bei dem Vergleich behilflich sein.